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  Russland Deutsches Haus  
     
 





01.04.2011:
Informationsabend



Bürgermeister Heinz Petterich zeigte sich von der Ausstellung beeindruckt

Seit zwei Wochen steht das „Russland Deutsche Haus“ im Gemeindehaus und hat damit den zahlreichen Ausstellungsbesuchern einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der deutschen Aussiedler ermöglicht. Am Freitagabend wurde dieses begehbare Modell endgültig zu einem Haus der lebendigen Begegnung, da im Rahmen einer von „Russland-Deutschen“ organisierten Informationsveranstaltung eben nicht nur historische Einblicke gewährt wurden, sondern aufgrund der liebevollen Ausgestaltung des Abends immer wieder vor Auge geführt wurde, dass den „Burgkunstadter Ureinwohner“ mit seinem „neuen Nachbarn“ sehr viel mehr vereint als trennt. Der gesamte Abend wurde somit zu einem eindrucksvollen Plädoyer des gegenseitigen Verständnisses und des Besinnens auf die gemeinsamen Wurzeln. Dem Besucher wurde nämlich sehr schnell klar, dass es sich bei Aussiedlern nicht um „Russen“ handelt, sondern um deutsche Nachfahren der Einwanderer, die zur Zeit Katharina der Großen nach Russland ausgewandert waren. Pfarrer Geyer als „Gastgeber“ der Ausstellung sprach in seiner Begrüßung von einem „ganz besonderen Abend“, da an diesem unterschiedliche Lebensgeschichten von verschiedenen Generationen zu hören sein würden. Die typische Frage „Sind das überhaupt Deutsche?“, mit der sich die Aussiedler in den letzten 20 Jahren immer wieder konfrontiert sahen, werde nicht zuletzt durch die Ausstellung des „Russland Deutschen Hauses“ eindeutig beantwortet. Viele Schulklassen und Gruppen hätten dies nach dem Besuch der Ausstellung in der vorangegangenen Woche verstanden, so Pfarrer Geyer.

Bürgermeister Petterich dankte der Kirchengemeinde und Gerd Weickert, dem Organisatoren der Ausstellung vom Diakonischen Werk, für das aufgebrachte Engagement im Zeichen der Förderung des gegenseitigen Verständnisses. Er verwies dabei auch auf die Tatsache, dass aus den ehemaligen „Aussiedlern“ mittlerweile eine neue Generation herangewachsen sei, für die Integration eine Selbstverständlichkeit sei. Dabei lud das Stadtoberhaupt die Anwesenden ein, mit dem politischen Engagement innerhalb der Stadt den nächsten logischen Schritt der Integration zu gehen.

Grundlage des gegenseitigen Verstehens sei das Wissen um die Geschichte der Russland-Deutschen und der Tatsache, dass die Aussiedler in den letzten Jahrhunderten gleich dreimal ihre Heimat verloren hätten, so Gerd Weickert. Er erläuterte kurz die verschiedenen historischen Stationen und räumte dabei auch die noch heute vorherrschenden Vorteile gegenüber Russland-Deutschen aus dem Weg. Die Geschichte der Aussiedler reiche bis in das 18. Jahrhundert zurück, als Katharina die Große Deutschen Schutz vor dem 7jährigen Krieg und eigenen Landbesitz in Aussicht stellte. Daraus entwickelten sich große deutsche Gemeinden in Russland, die neben der Sprache auch die Religion der Heimat pflegten. Mit dem zweiten Weltkrieg wurde aber genau diese Bevölkerungsschicht in Arbeitslager ins weit entfernte Sibirien abgeschoben, wo sie lange Zeit unterdrückt wurden. Entschädigung für die menschenverachtenden Lebensumstände erhielten die Aussiedler nie, dafür aber mit dem Niedergang der Sowjetunion die Möglichkeit, in die Heimat ihrer Vorfahren zurückzukehren. Ende der 80er Jahre führte somit für jährlich etwa 200.000 Russland-Deutsche der Weg zurück in die alte Heimat ihrer Vorfahren. Hierfür mussten sie aber oft über viele Jahre ein aufwändiges Aufnahmeverfahren durchlaufen, an dessen Ende auch das Zurücklassen des eigenen Besitzes stand. Bei ihrer Ankunft in Deutschland erhielten die Aussiedler dann maximal 3000 Euro, was im krassen Gegensatz zu der weit verbreiteten Meinung steht, die Aussiedler seien mit Geld überschüttet worden. „Wenn die Russland-Deutschen dann in ihrer neuen Heimat in der Lage waren, neue Häuser zu bauen, dann lag das vor allem an ihrer Hände Fleiß,“ so Gerd Weickert.

Er lud die Anwesenden dazu ein, sich mit einem Rundgang durch das „Russland Deutsche Haus“ einen eigenen Einblick in die damaligen Lebensumstände, die religiösen Wurzeln und das erfahrene Leid der Aussiedler nach dem 2. Weltkrieg zu verschaffen. Dem Blick auf die Gegenwart wurde aber an diesem Abend ebenfalls ein großer Stellenwert zuteil. Dafür waren hauptsächlich die Tanz- und Gesangseinlagen der Kinder und Jugendlichen des Ballettstudios Olga Engelmann verantwortlich. Mit der Unterstützung von Svitlana Ladur waren die Kleinen für die ausgelassene und stets fröhliche Atmosphäre des Abends verantwortlich. Zuletzt verkörperten die kleinen Tänzerinnen eben auch, dass die Integration der neuen Generation absolut gelungen ist. Das von ihnen vorgetragene Lied „Schau den Menschen nur in ihre Augen“ führte den Erwachsenen zugleich die Grundvoraussetzung des gegenseitigen Verstehens vor Augen.





Kinder des Ballettstudios Engelmann





 

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