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  Begegnung mit jugendlichen Asylbewerbern  
     
  02.10.2015:
Besuch im Jugendcafè

Kurz vor der ersten direkten Begegnung ist die Spannung fast schon mit den Händen greifbar. 12 Jugendliche aus dem Raum Burgkunstadt sitzen im Jugendcafe im Erdgeschoss des Pfarrhauses. Die Kirchturmuhr der Christuskirche zeigt 10.56 Uhr – und das seit etwa acht Stunden. „Stromausfall!“, erklärt Pfarrer Heinz Geyer schmunzelnd, der den Jugendlichen einen kleinen Besuch abstattet.

Diese sitzen somit bei Kerzenschein in den bequemen Sofaecken des Jugendcafes. Unter ihnen sind auch Annette Boxdörfer, die Jugendreferentin der Kirchengemeinde, und Damaris Kühner. Die Regionaljugendreferentin des Dekanats Michelau hat für diesen Freitagabend ganz besondere Gäste in das Jugendcafe eingeladen. Es sind die 16 Jugendlichen, die seit wenigen Wochen am Burgkunstadter Schönberg leben, weil sie hier einen Zufluchtsort vor Krieg und Vertreibung in ihren Heimatländern gefunden haben. Die jungen Burgkunstadter haben die jugendlichen Asylbewerber schon das ein oder andere Mal auf der Straße gesehen. Zum ersten echten Kontakt soll es nun an diesem Abend kommen. Allerdings haben sich die Gäste bereits ein wenig verspätet, was die Anspannung noch ein bisschen mehr anwachsen lässt. „Hoffentlich finden sie überhaupt den Weg hierher!“, gibt Damaris Kühner zu bedenken. Dr. Friedrich Flierl, Vorsitzender des Fördervereins der Jugendarbeit in der Kirchengemeinde, greift kurzerhand zur Gitarre und stimmt zur Beruhigung aller das Lied „Blessed be your name!“ – „Dir gehört mein Lob!“ an. Wenig später ist es soweit. Zwölf Asylbewerber betreten völlig unaufgeregt das Jugendcafe. Man reicht sich die Hand, stellt sich kurz vor. Der erste Kontakt ist da! Ein wenig hinderlich sind die Sprachbarrieren. Die Gastgeber versuchen sich im Englischen, was aber von Diana Koch gleich unterbrochen wird. Die Sozialpädagogin ist eine der Betreuerinnen der Jugendlichen, die beispielsweise aus Eritrea, Afghanistan oder dem Irak kommen. „Sprecht bitte Deutsch!“, lautet Diana Kochs Vorgabe, und wenig später stellt sich heraus, dass die Gäste sich bereits recht gut verständigen können.

Nach einer ersten kleinen Begrüßungsrunde schließt sich ein Begrüßungsessen an. Damaris Kühner und Annette Boxdörfer sind gut vorbereitet: Es gibt Putenfleisch. Anderes Fleisch sind die Asylbewerber nicht gewohnt. So richtig Stimmung kommt auf, als wenig später das Licht wieder angeht. Auch Pfarrer Geyer freut sich, dass die Elektriker den Schaden doch noch beheben konnten. Und auch bei den zwischenmenschlichen Begegnungen geht es langsam vorwärts. Blickkontakte wechseln sich mit zaghaften Gesprächsversuchen ab. Man merkt, dass die Jugendlichen hier noch immer aus unterschiedlichen Welten kommen, die Interessen sind aber dieselben. Musik spielt hierbei eine ganz wichtige Rolle. Als ein junger Mann aus Eritrea zu seiner selbst gebastelten Gitarre greift, sind die Burgkunstadter zunächst etwas skeptisch. Wie soll aus diesem Eigenbau Musik ertönen? Als der junge Mann seine Stimme erhebt und mit geschlossenen Augen ein Lied aus seiner Heimat Eritrea zum Besten gibt, sind alle tief beeindruckt.

Um noch mehr über die Heimat der Asylbewerber zu erfahren, haben sich die Burgkunstadter Gastgeber ein Spiel überlegt. Mit dem Beamer wird eine große Weltkarte auf die Wand im Jugendcafe projiziert. Zunächst versucht man, mit Dartpfeilen das jeweilige Herkunftsland zu markieren. Als dies wegen mangelnder Treffsicherheit nicht so ganz gelingen will, greift man kurzerhand zu Zahnstochern. Als die Markierungen im jeweiligen Herkunftsland positioniert sind, erkennen die Jugendlichen der Gemeinde, welch langen Weg ihre Altersgenossen da auf sich genommen haben. Über die dabei gemachten Erfahrungen oder die Hoffnungen für die eigene Zukunft wird nicht gesprochen. Dafür ist es einfach noch zu früh.

Die Zeit vergeht dennoch wie im Flug. Nach etwa zwei Stunden machen sich die Asylbewerber auf den Weg zurück zu ihrer Unterkunft. Man verspricht, in Kontakt zu bleiben und sich erneut im Jugendcafe oder an einem anderen Ort zu treffen. „Ihr seid hier jederzeit willkommen“, rufen die beiden Jugendreferentinnen den Gästen zu und wissen, dass sie damit auch den anwesenden Jugendlichen aus Burgkunstadt aus der Seele sprechen.





(Auf den Fotos dürfen lt. Jugendamt die Gesichter der Jugendlichen nicht erkennbar sein)

 
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