Kirchweihfest voller Leben und Klang: Posaunenchor feiert 70-jähriges Bestehen

70 Jahre Posaunenchor Burgkunstadt
Bildrechte Christuskirche Burgkunstadt
Mit einem festlichen Gottesdienst, herzlichen Begegnungen im Gemeindehaus und einem eindrucksvollen Jubiläumskonzert des Posaunenchores feierte die Evangelische Kirchengemeinde am Sonntag, den 18. Oktober 2026 Kirchweih in und rund um die Christuskirche. Der Tag zeigte, wie sehr Musik und Gemeinschaft das Gemeindeleben prägen. Im Mittelpunkt stand der Posaunenchor, der seit 70 Jahren Gottesdienste, Feste und besondere Anlässe musikalisch begleitet.
Die festlichen Klänge des Posaunenchores erklangen bereits am Morgen. Da zogen die Mitglieder des Kirchenvorstands, angeführt von der neuen Pfarrerin Raphaela Holzinger, zu Beginn des Festgottesdienstes feierlich in die Christuskirche ein. Die neuen Glocken mussten dabei noch schweigen: Sie haben zwar inzwischen ihren Platz im Turm gefunden, sind aber noch nicht angeschlossen. „Gerne hätten wir heute drei Gründe zum Feiern gehabt: den Geburtstag unserer Christuskirche, das 70-jährige Bestehen des Posaunenchores und die Installation der neuen Glocken. Wenngleich es noch ein paar Wochen dauert, bis die neuen Glocken im Turm der Christuskirche erklingen, haben wir dennoch doppelten Grund zur Freude und zum Feiern“, sagte Holzinger zur Begrüßung.
Die Gemeinde zog beim Gottesdienst auch musikalisch alle Register. Neben dem Posaunenchor unter der Leitung von Thomas Meyer wirkten der Flötenchor unter der Leitung von Susi Schleifer und „QuerBet“ unter der Leitung von Katharina Flierl mit. Alle drei Ensembles stehen für die Lebendigkeit der Kirchenmusik in Burgkunstadt und feiern in diesem Jahr besondere Jubiläen: 70 Jahre Posaunenchor, 50 Jahre Flötenchor und 30 Jahre „QuerBet“. Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen durfte sich als Besucherin des Festgottesdienstes ein eigenes Bild von der musikalischen Vielfalt und dem Engagement der Gemeinde machen. Herzlich begrüßt wurde auch eine große Delegation der katholischen Pfarrgemeinde.
In ihrer Predigt griff Pfarrerin Holzinger das biblische Bild von Christus als lebendigem Eckstein und den Gläubigen als „lebendige Steinen“ auf. Die Christuskirche sei seit 91 Jahren ein Ort, an dem Gottes guter Geist wirke. „Ich staune jeden Tag aufs Neue, wie viele lebendige, bunte Steine es in dieser Gemeinde gibt“, sagte sie. Veränderungen gehörten aber auch zu den aktuellen Herausforderungen und somit zum Leben der Kirche, führte Holzinger aus. Wenn Christus der Grundstein sei, brauche die Gemeinde vor ihnen keine Angst zu haben, sondern könne Kirche vor Ort gestalten.
Nach dem Gottesdienst setzte sich das Fest im Gemeindehaus fort. Der Mittagstisch mit warmen fränkischen Speisen war bis auf den letzten Platz besetzt. Auch beim anschließenden Kaffee und Kuchen blieben die Plätze gut gefüllt. Für Kinder bot Jugendreferentin Mette Rädisch ein Mal- und Bastelprogramm rund um Kirchenglocken an. Die selbst gestalteten kleinen Glocken weckten Vorfreude auf den Tag, an dem die neuen Glocken der Christuskirche tatsächlich erklingen werden. Auch das Angebot des Bastelkreises wurde gern angenommen.
Am Abend lud der Posaunenchor zum Jubiläumskonzert ein. Die Christuskirche war sehr gut gefüllt und beherbergte unter den Besucherinnen und Besuchern auch zahlreiche ehemalige Bläserinnen und Bläser, die ihren aktiven Dienst am Instrument schon vor längerer Zeit beendet hatten. Obmann Rainer Sievert begrüßte die Gäste und freute sich, dass so viele frühere Weggefährtinnen und Weggefährten gekommen waren, um „ihrem“ Chor die Ehre zu erweisen.
Im Grußwort zum Jubiläum stand nicht die Ehrung einzelner Musikerinnen und Musiker im Mittelpunkt. Auf Wunsch des Chores wurde bewusst auf offizielle Auszeichnungen verzichtet. Stattdessen richtete sich der Blick auf den Auftrag, der den Posaunenchor seit seiner Gründung begleitet: Gottes Lob musikalisch in die Gemeinde und über ihre Grenzen hinauszutragen. Das Leitwort des Abends stammte aus Psalm 98: „Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König!“ Das Konzert sei zugleich ein Dank für den langen Bestand und die Verbundenheit dieser Gemeinschaft.
Wie eng die Mitglieder dem Chor verbunden sind, zeigen auch ihre langen musikalischen Wege: Herbert Hümmer, Fritz Fischer, Walter Tröster und Rudolf Ranzenberger gehören der Gemeinschaft der evangelischen Posaunenchöre seit knapp beziehungsweise genau 60 Jahren an; Peter Bassing, Hartmut Beuerle und Siegbert Handke sogar seit mindestens 65 Jahren. 
Das Konzertprogramm führte von Henry Purcells barocker Suite aus „Dioclesian“ über Johann Pachelbels „Kanon“ und das Gemeindelied „Du meine Seele singe“ bis zu modernen Arrangements. Zu hören war unter anderem auch „Der Himmel über Gibitzenhof“ von Dieter Wendel. Emma Wißmüllers „In Florenz“ brachte rhythmischen Schwung, während „Bella Ciao“ in der Bearbeitung von Dieter Wendel ausgelassen und mitreißend erklang. 
Mit Vittorio Montis „Czardas“ setzte Thomas Meyer an der Orgel einen weiteren Höhepunkt des Abends. Sein technisch sicheres und ausdrucksstarkes Spiel machte die Klangmöglichkeiten des Instruments eindrucksvoll hörbar. Anschließend wechselte das Programm mit Heiko Kremers „Fanfare & Rock“ in einen rockigen Ton, der zuvor von Sara Holzinger und somit der Tochter von Pfarrerin Raphaela Holzinger angestimmt worden war. Sie gab mit ihrer kraftvollen Stimme in „Skyfall“ von Adele sowie in „Don’t Stop Believin’“ von Journey ihre musikalische Premiere. Thomas Meyer begleitete kraftvoll am Klavier, wodurch die junge Sängerin dem Programm eine neue Klangfarbe hinzufügte, ohne dem Posaunenchor die Bühne zu nehmen. 
Ein besonders bewegender Ruhepunkt war das Gemeindelied „Bleib bei mir, Herr“ zum Abschluss. Das Choralstück erinnerte an die geistliche Ausrichtung des Chores und daran, dass seine Musik nicht nur unterhalten, sondern auch berühren und Glauben ausdrücken soll. Pfarrerin Holzinger dankte dem Ensemble sichtlich beeindruckt für das Konzerterlebnis und ermutigte es, weiterhin lebendig am Gemeindeleben mitzuwirken und Gottes Lob zu verkünden.
Der Schlussapplaus wollte kaum enden. Als Zugabe spielte der Chor „Bella Ciao“ ein zweites Mal, begleitet vom rhythmischen Klatschen des Publikums. Der Abend machte deutlich, was die Gemeinde an ihrem Posaunenchor schätzt: seine musikalische Qualität, seine Verlässlichkeit und seine tiefe Verwurzelung im Gemeindeleben. Und somit zeigte der gesamte Kirchweihsonntag eindrucksvoll auf, wie reich beschenkt die Gemeinde durch ihre Chöre und die Menschen ist, die diese mit Leben erfüllen.
-mts-

UNSERE NÄCHSTEN VERANSTALTUNGEN: