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  75 Jahre Reichspogromnacht  
     
  09.11.2013:
Gedenkandacht an der ehemaligen Synagoge



Es war ein eindrucksvolles und beklemmendes Bild zugleich: Um den Gedenkstein am Standort der ehemaligen Synagoge in der Kulmbacher Straße stehen sieben Kerzen, deren Schein den Ort inmitten der Dunkelheit des Abends erhellt. Um den Stein herum stehen zahlreiche Menschen, die soeben das Friedengebet gesprochen haben. Sie alle sind gekommen, um an die Verwüstungen und das damit verbundene menschliche Leid unter den jüdischen Bürgern im Rahmen der Reichspogromnacht vor 75 Jahren zu gedenken.

Zu der Gedenkveranstaltung hatten die katholische Pfarrgemeinde und die evangelische Kirchengemeinde eingeladen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren dieser Einladung gefolgt. Darunter durfte Pater Paul Hebel auch Burgkunstadts Ersten Bürgermeister Heinz Petterich und Mitglieder des Stadtrates begrüßen. „Im gemeinsamen Gebet für unsere jüdischen Glaubensbrüder wollen wir zeigen, dass wir die Opfer nicht vergessen haben. Sonst hätten wir nichts aus den schrecklichen Gräueltaten der damaligen Zeit gelernt“, so Pater Paul. Pfarrer Heinz Geyer erinnerte in seiner kurzen Ansprache an die Geschehnisse in Burgkunstadt vor genau 75 Jahren. Damals wurden jüdische Burgkunstadter auf die Straße gezerrt, ihre Häuser wurden geplündert, das Mobiliar und die Fenster zerstört. Die Synagoge wurde entweiht, Gebetbücher flogen auf die Straße. „Viele hunderte Burgkunstadter haben damals den Kopf eingezogen“, so Pfarrer Geyer, der auch an die Zeiten erinnerte, die der Reichspogromnacht folgen sollten: Die Burgkunstadter jüdischen Glaubens wurden auf der Vogtei in sogenannte „Schutzhaft“ genommen und mit dem Zug nach Dachau transportiert. Weil das Konzentrationslager dort überfüllt war, wurden sie schließlich in das Hofer Gefängnis umgeleitet. Nach Wochen konnten sie von dort wieder nach Burgkunstadt heimkehren. Viele Wohnungen und Häuser aber hatten sie zwangsweise verkaufen müssen. Wer es noch konnte, wanderte in den folgenden Monaten aus. Wem dies nicht möglich war, der wurde 1942 ins Konzentrationslager abtransportiert. „Es ist wichtig, dass wir diesen 9. November 1938 niemals vergessen, sondern uns dem Gedenken stellen. Und der 9. November mahnt uns, den Frieden gegenüber unserem Nächsten zu suchen“, so die beiden Geistlichen, die damit die Anwesenden aufforderten, durch den von Jesus verheißenen Frieden Schritte aufeinander zuzugehen: „Denn Friede kann nur da entstehen, wo man Gott und seinen Nächsten liebt“, so Pfarrer Geyer. „Bewahre uns deshalb vor Gleichgültigkeit Anderen gegenüber“, hieß es auch in einer der sich anschließenden Fürbitten. Die eindrucksvolle Gedenkandacht wurde durch das gemeinsame Friedensgebet und das Vaterunser beschlossen.

Einen passenden musikalischen Rahmen erhielt die Gedenkfeier durch ein Querflöten-Quartett, das von Susi Schliefer geleitet wurde und bekannte jüdische Melodien wie „Schalom chaverim“ und „ Hevenu Shalom Alejchem“ darbot.


 
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